Wir haben Lappland erreicht
26 07 2010
Hallo Ihr Lieben,
Von unserem Abstecher vom Inlandsvägen an die Norwegische Grenze haben wir euch ja schon erzählt, hier kommt der Rest der kleinen Reise:
In Gävle haben wir uns den höchsten, längsten, tollsten, schönsten, Stechmückenreichsten Canyon Schwedens angeschaut, Hällingsafallet (eigentlich wird der Name mit einem kleinen Kringel über dem a geschrieben und wie o gesprochen, aber ich hab hier keine Sonderzeichen).
Am nächsten Tag erreichten wir die Grenze zu Lappland. Auf einem einsamen Fjäll, der sehr passend Marsfjäll heißt (viel anders kann es auf dem Mars auch nicht aussehen…). Das war schon sehr beeindruckend. Vor allem aber beeindruckend kalt. Als wollte das Wetter uns zeigen, wo wir jetzt “hingeraten” sind. Kurzentschlossen haben wir einen kleinen Abstecher von 130 km zum Borgafjällmassiv gemacht und wurden mit einem spektakulären Blick auf den Berg, der 700m in den See stürzt, belohnt. Leider haben wir erst am nächsten Tag ein Foto gemacht, als die oberen 300m in einer Wolke hingen…
In Fatmomakke besuchten wir eine schöne, alte Kirchstadt. In Kirchstädten stehen nicht, wir ich erst dachte, viele Kirchen, sondern viele kleine Unterkunftshäuser für die Gläubigen aus der Umgebung, die einen weiten Weg zur Kirche hatten und nicht am gleichen Tag wieder abreisen konnten. Auch einige Holztippizelte der Sami, der lappischen Urbevölkerung, standen da. Alles natürlich schön am See gelegen und mit einer Burgerbude garniert.
Zurück auf dem Inlandsvägen, auf einem weiteren Abstecher, nach Lulea (hier schreibt man eigentlich auch einen Kringel über dem a) ging für mich ein Traum in Erfüllung: Den größten Wasserfall des Nordens – Storforsen- sehen. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich Wasserfälle toll finde uns Thorsten durch mich in den Genuss kommt an jedem Wasserfall, der sich am Wegrand zeigt, anhalten zu müssen? Jedenfalls zeigen die Bilder das Spektakel natürlich nur halb so dramatisch wie es ist und das Donnern und Rauschen müsst ihr euch auch dazu denken.
Jetzt sind wir auf einem Campingplatz oberhalb der Polarkreises (Yippi, geschafft!) und organisieren unseren Haushalt. Wir waschen Wäsche- und hängen sie dank der instabilen Wetterlage in unserer Stuga auf- kaufen ein, schreiben Briefe, e-Mails, Blogeinträge und kochen gemütlich.
Übrigens nimmt der Haushalt, wenn man es so nennen will, ziemlich viel Zeit in Anspruch. Da wir nur begrenzt kühlen und bevorraten können, müssen wir jeden Tag einkaufen, natürlich kochen, den ganzen Krempel mehrmals täglich aus dem Auto raus und wieder rein räumen und wo war jetzt schon wieder das Feuerzeug? Das Zelt auf und abbauen geht schon zeimlich schnell und wurde zusehends optimiert. Und dann fahren wir eben viel, schauen uns viele Campingplätze an, weil leider nicht jeder Campingplatz toll ist. und dann gehen wir wieder einkaufen und kochen was und spülen es wieder und bauen das Zelt auf, oder räumen alles was wir brauchen in eine Stuga. Und natürlich schauen wir uns Schweden an, sind einfach da und genießen es, machen Fotos, archivieren diese wieder brav, damit wir in einem Jahr auch noch wissen, was wo war.
Ganz liebe Grüße aus dem hohen Norden,
Anette & Thorsten
Marsfjäll an der Grenze zu Lappland
Borgafjällmassiv, leider im Nebel
Ein Holzzelt in der Kirchstadt Fatmomakke
Treppstegforsen, einer der Wasserfälle am Wegesrand, den ich euch nicht vorenthalten wollte, weil er so schön ist.
Storforsen. Der größte Wasserfall des Nordens.
Ein paar Eindrücke von Lappland
Haushalt auf schwedisch: Wäsche trocknen zwischen den Hochbetten in der Stuga
Kategorien : Schweden