Hej Hej
12 07 2010Nach fast einer Woche wunderschönem Wetter haben wir heute Nacht ausnahmsweise in einer Stuga (kleine Holzhütte mit zwei Betten) übernachtet , statt wie die letzten Tage im Zelt.
Zelten das ist für uns in dieser Form ja noch eine neue Erfahrung dank moderner Errungenschaften wie selbstaufblasbare Isomatten und Kochstationen ist das gar nicht so unangenehm wie vorher befürchtet.
Nachdem wir am Dienstag Morgen um 0:30Uhr mit der Fähre in Trelleborg ankamen, wollten wir eigentlich die Nacht durchfahren, aber wir waren zu müde und haben im Auto geschlafen. Später am Morgen sind wir dann an den Vätternsee gefahren, haben unser Schlafdefizit beglichen und einen Spaziergang am See entlang gemacht. Es ist wunderschön dort, mit rauen Felsen, die in den See abfallen. Am Donnerstag sind wir weiter am Ostufer des Vättern Richtung Norden gefahren und haben uns eine alte Pilgerstadt – Vadestra- angesehen. Dort gibt es eine uralte Festung und eine ganz stille Klosteranlage, mit einer schönen Kirche, einem gelben Nonnenkloster und einem Pilgerheim mit einem Garten, der mit alten Holzlatten eingezäunt ist, es wächst eine herrliche Blumenwiese ( wie übrigens fast überall, denn die Wiesen werden traditionell nur ein Mal im August gemäht) und drin stehen viele Bänke uns Tische. Stell dir dazu den Duft von frisch gebackenen Zimtschnecken und Kaffee vor und den süßen Klang schwedischer Erzählungen.
Nach Zimtschnecken und Kaffee sind wir ein bisschen planlos weiter Richtung Norden gefahren, haben den Vättern hinter uns gelassen und auf dem angesteuerten Campingplatz zwei junge Göppinger getroffen, die zum Angeln hier sind. Nach einer Bootstour (der Campingplatz lag natürlich am See), Wein und Gesprächen haben wir zwei Campingstühle geschenkt bekommen, damit wir nicht mehr immer auf dem Boden sitzen müssen. Und dafür sind wir sehr dankbar, wie übrigens auch für den suuuuuper Camping-Doppelflammen-Kocher-und-Grill-in-einem. Bei jedem kochen juble ich ein dreifaches, stummes Hallelujah gen Mötzingen. Nachdem wir die letzten Tage am Siljansee verbracht haben, (Schweden wie es sein sollte: See, viele rote Häuser, Blumenwiesen… ich könnte die ganze Zeit das Michellied summen…) haben wir gestern Mittag den Bärenpark in Orsa (nördlich vom Siljansee) besucht. Hier lebt seit einiger Zeit Wilbär, der bei uns in der Wilhelma geboren ist. Es geht ihm gut auch wenn er dort mit etwas befremdlich wirkenden Schwaben zu tun hat. Die eine Schwabenfrau hat Willbär doch tatsächlich gefragt ob er Sie noch kenne das Sie extra wegen Ihm hier sei und jetzt 6 Tage hintereinander zu Ihm käme. Seine Mitbewohnerin, Ewa, ist frustriert, weil Willi ihre Frühlingsgefühle nicht erwidert (ist leider noch zu jung).
Dunkel wird es nachts nicht mehr. Die Sonne geht hier zwar noch unter,mit jedem Meter den wir aber weiter nördlich kommen ist es nachts ein bisschen heller. Was zur Folge hat, dass unsere Lieblingstiere, die Stechmücken uns ärgern und stechen, wann immer wir nicht aufpassen.
Natürlich haben wir uns auch gefragt wie die Schweden das machen, wenn Ihnen eine Mücke zu nahe kommt: Die Schweden sind einfach wahnsinnig schnell im Totschlagen.
Liebe Grüße, Anette & Thorsten
Kategorien : Schweden