Noch mehr Indien?

28 12 2010

Wahnsinn, inzwischen haben wir 100 Blogkommentare von Euch (na gut ein paar wenige Antworten von uns sind auch dabei) das finden wir toll und das motiviert uns auch relativ regelmäßig zu schreiben. Uns begeistert es richtig, dass Ihr nach einem ganzen halben Jahr immer noch so zahlreich unseren Blog lest. Danke fürs dabei sein.

An die Kühe auf der Straße, an die zeitweise offene Kanalisation und die vielen Menschen haben wir uns schon ganz gut gewöhnt. Manchmal sehen wir den Müll auch schon gar nicht mehr. Was mir aber immer noch komisch vorkommt, ist, wie ich als Frau behandelt werde. Zwischen unangenehmem Anstarren und schlichtweg gar nicht beachten (nicht mit mir reden, keine Bestellung von mir aufnehmen, mich nicht begrüßen…) gibt es nur wenige angenehme Ausnahmen.

In Udaipur, dem nächsten Stopp auf unserer Indienreise, geht es schon viel gemächlicher zu. Hier leben nur ca. 400.000 Einwohner, also für Indien eine echte Provinzstadt. Udaipur ist bekannt für seine schöne Lage am See und durch den Bond-Film “Octopussy” und tatsächlich hat es uns so gut gefallen, dass wir noch mal zwei Tage drangehängt haben. Das weiße Gebäude mitten im Wasser ist ein 5 Sterne Hotel in dem wir wirklich gerne übernachtet hätten. Aber die 500€ fürs Doppelzimmer sprengen einfach unser Budget.

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Weiter ging es über Ranakpur, eine wunderschöne Tempelanlage, nach Jodhpur. Diesmal haben wir uns einfach ein Taxi für die ca. 300km lange Strecke genommen. Zum Einen, weil es finanzierbar ist zum zweiten ist es auch sehr viel komfortabler und zum Dritten sehen wir uns so nicht mit den haarsträubenden hygienischen Verhältnissen in den sogenannten “Deluxe-“ Bussen konfrontiert.

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In Jodhpur haben wir uns eine Unterkunft mit einem netten Garten zum Entspannen gesucht, um hier die Weihnachtstage zu verbringen. Nachdem wir mit Hilfe des freundlichen Personals unsere Mitbewohner in unserem Bungalow fast vollständig losgeworden sind, eine Eidechse und eine Maus (wir haben sie Marry genannt) haben sich so gut versteckt, dass wir die beiden bis heute nicht gefunden haben, haben wir uns das prächtige Fort angeschaut. Das hat uns richtig Freude gemacht, im Eintrittspreis war ein deutscher Audioguide enthalten, der uns eine gelungene Mischung aus Geschichten, Geschichte und Gegenwart erzählt hat . Zudem  ist das Fort richtig gut erhalten und es sind viele Räume im eingerichteten Zustand anzuschauen.

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Das Fort in Jodhpur                                        Die blaue Stadt Jodhpur

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Eins der toll eingerichteten Räume im Jodhpur Fort/Anette bei unserem Weihnachtsessen

Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und wenn Ihr diesen Blogeintrag erst im neuen Jahr lest, wünschen wir Euch ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2011 in dem wir wieder zu Euch zurückkommen.

Liebe Grüße Anette+Thorsten



Ohhh Indien

18 12 2010

Wir wissen noch nicht, ob es gut ist, dass es von Indien am meisten zu erzählen gibt, aber wir fangen jetzt einfach mal an….

Es war 3:30 Uhr Ortszeit am frühen Morgen, als wir in New Delhi angekommen sind. Nach langem Einreiseprozedere dachten wir, gehen wir mal  unseren bestellten Fahrer suchen der uns zum Hotel bringen sollte. Pustekuchen, natürlich hat keiner auf uns gewartet. Also haben wir uns eben ein Taxi genommen und sind in unsere gebuchtes Hotel gefahren. Wir hatten uns auf einen Schock eingestellt und so kam es auch. Als uns der Fahrer durch die Straßen fuhr, in denen die Menschen zwischen Müllbergen in mitten der Nacht vor dem Feuer saßen. Wenigstens hat er das Hotel nach dreimaligem Nachfragen gefunden und wir konnten endlich in unser lang ersehntes Bett gehen.

Nach ein paar Stunden Schlaf ging es dann raus, mit der grandiosen Idee einen Zug für den nächsten Tag zu buchen. Bei Mc Donald’s dann die erste Begegnung mit der indischen Traveller-Brüder-Onkel-Povisions-Mafia. Im Reiseführer wird vor Ihnen gewarnt und ebenso genau sind die Methoden beschrieben mit denen sie vorgehen.

Zwei nett wirkende Inder sprechen uns an: Ach das muss für euch ja komisch sein, hier bei Mc Donald`s. Das seid Ihr bestimmt nicht gewohnt von zu Hause. Nach einem halbstündigen Gespräch über Indien und das Bereisen dieses Landes ging es noch in eine nette Bar nebenan, in der wir eine Cola und ein Bier getrunken haben (natürlich wurden wir eingeladen “It’s my pleasure”). Lügen wurden uns aufgetischt, von denen wir bei vielen natürlich erst später erfahren haben, dass wir nicht allzu viel Wahres erfahren haben. Natürlich endet so ein Gespräch immer damit, dass der nette Inder einen zu einem netten Reisebüro bringt in dem man zu ganz “GÜNSTIGEN” Europäer Preisen eine tolle Rundreise buchen kann. Also gut, haben wir uns das auch noch angehört. Ein paar gute Tipps hat uns der Mann dann noch gegeben bevor wir aufgestanden sind und “leider” noch mal über alles nachdenken mussten bevor wir irgendetwas entscheiden können. Jaja, Leute, das gibt mieses Karma, das ist euch schon klar, oder?

Wir würden wirklich schrecklich gerne eine Rundreise buchen,  aber leider haben wir so viel negatives darüber gehört und auch gelesen, dass wir uns also entschlossen haben, doch wieder auf eigene Faust zu Reisen.

Die New Delhi Trainstation:

Als ich vor Jahren mal darüber nachgedacht habe, was wohl der schlimmste Ort der Welt ist, da ist mir der New Dehli Hauptbahnhof eingefallen. Und heute können wir euch bestätigen, dass es für uns tatsächlich der schlimmste Ort der Welt ist (zumindest den wir gesehen haben). Ein Gewusel von vielen tausend Menschen,  die Luft ist voller Smog, hunderte Autos, Rikschas und Bussen fahren hupend durch ein einziges Verkehrschaos. Die Menschen spucken uns vor die Füße, mindestens 20 erwachsene Männer rennen Dir hinter her (“Wanna Taxi? Rikscha? Where do you want to go? Touristbüro?” “RUHE!!!!!”) und wollen Dir irgendetwas verkaufen, dazu wird man noch angebettelt… (und hinter “…” verstecken sich noch weitaus ekeligere Zustände, die wir euch ersparen) Der Wahnsinn. Aber ein wahres Erlebnis!

Nachdem der gebuchte Zug am Abreisetag schon 3 Stunden Verspätung hatte, haben wir uns entschlossen mit anderen europäisch aussehenden Travellern einen Fahrer zu nehmen und uns zum Taj Mahal bringen zu lassen. Es gab nur noch ein kleines Problem das wir zu lösen hatten: wir mussten unsere Zugtickets zurückgeben, an einem, sagen wir mal, etwas unübersichtlichem Fahrkartenschalter: Und dafür ist dann Anette zuständig. 55L Rucksack aufgezogen und mit sanften Drängelbewegungen bis ans vordere Ende der Schlange durchgekämpft. Dort angekommen noch ein freundlicher Kommentar nach hinten : “I`m a girl”. Irre. In Indien muss es extra Warteschlangen für Frauen geben. Gib`s das nicht, ist es Frauen erlaubt, sich ganz vorne anzustellen. Das klappt perfekt.

Nachdem der Taj Mahal Fahrer natürlich auch von der besagten Maffia ist, hat er auf der Fahrt  auch noch probiert uns von seinen Bekannten zu überzeugen, die das beste Hotel… haben. Irgendwann half dann leider nur noch anbrüllen und klipp und klar sagen, was wir von ihm erwarten. Und siehe da, es funktioniert. Den Abend haben wir dann mit den super netten Travellern verbracht und uns ein Abendessen mit Getränken für 5 Personen für ca. 8€ gegönnt. Ja, günstig leben kann man hier!

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5:30 Uhr am  nächsten Morgen: der Wecker klingelt um das Taj Mahal zu besichtigen. Schnell Tickets gekauft und um 6:20 Uhr auf den Einlass gewartet um das Taj Mahal bei Sonnenaufgang zu besichtigen.

Das schönste Bauwerk der Welt? Ja! Zumindest das schönste, das wir je gesehen haben. Das sehr gut gepflegte Marmorgebäude wird von dem Morgenlicht angestrahlt. Ein toller Moment.

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Wir müssen vielleicht dazu sagen, dass uns alle Traveller, die wir auf unser bisherigen Reise getroffen haben, uns angeraten haben, sowohl nicht in New Delhi als auch nicht in Agra (die Stadt in dem das Taj Mahal steht) zu viel Zeit zu verbringen, weil es dort laut und chaotisch ist. Recht hatten sie!!!

Na gut, dann eben nach Jaipur. Hier ist es ein bisschen ruhiger und entspannter. Wir nehmen uns für zwei Tage einen Rikschafahrer und schauen uns die Gegend an. Richtig toll Sightseeing und Shopping im Wechsel. Und tatsächlich macht er erst am Nachmittag des zweiten Tages Probleme, als wir ihm nicht genügend Zusatzprovision in diversen Schmuckgeschäften, Stoffläden, anderen Hotels oder Elefantenreitvermittlern (Toll, hier hat sogar der Vermittler einen Vermittler) einbringen.

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Und was gibts außer dem Taj Mahal noch schönes in Indien? Die Frauen in ihren farbenfrohen Saris sind immer ein Blickfang. Shoppen macht bei den Preisen auch Spaß (Was kostet nochmal ein Träger für die Rucksäcke?) und das Essen kann auch lecker sein.

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(Chick, oder? Diesen Sari darf ich aber erst tragen, wenn ich einen Sohn geboren habe)



J`aime Paris (pero mucho frio)

14 12 2010

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Nach 37°C in der tropischen Hitze von Rio ging es per Ruckelflug zurück, fast bis in die Heimat. Unser Flug nach Indien ging über Paris, also warum nicht aussteigen und ein paar Tage in der Stadt der Liebe verbringen.

Zu unserer anfänglichen Freude schneit es wie verrückt. Hier ist es richtig Winter und Advent. Die Champs Éllysées ist schön geschmückt, der Eiffelturm leuchtet und unter den Füßen knarzt der Schnee. Und dann haben wir noch den Weihnachtsmarkt auf der Champs Éllysées entdeckt und ein Brötchen mit Grillwurst, leckeren Nutella Crêpe und Glühwein gegessen und getrunken. Herrlich, somit hatten wir auch noch ein bisschen Weihnachtsmarkt.  Ziemlich schnell merken wir aber, dass wir für tropische Hitze besser ausgestattet sind, als für unsere Stippvisite im  mitteleuropäischen Winter. Aber Jammern gilt nicht. Schließlich besuchen uns unsere Freunde und Mütter was für uns natürlich das schönste an unserem Parisbesuch war, auch wenn die Stadt selbst  auch wunderschön ist.

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Nach manchen Lebensmitteln haben wir richtig Heimweh, deshalb gab`s Stuttgarter Brezeln und leckere Ritter Sport Schokolade.

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Am ersten Sonntag im Monat kostet das Louvre keinen Eintritt. Da mussten wir natürlich hin (es ist nämlich geheizt…).

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Unser Weiterflug nach Indien gestaltete sich langwierig, aber angenehm. Mit drei Stunden Verspätung starteten wir in Paris und verpassten natürlich unseren Anschlussflug in Qatar. Macht aber nix, die Airline des Scheiches spendierte uns die Übernachtung im 5-Sterne-Hotel des Scheiches mit Vollverpflegung. Wie sagten schon “die Prinzen”?

“Nur der Scheich ist wirklich reich”



Samba de Janeiro

11 12 2010

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Die Stadt an sich gehört für uns mit Sicherheit zu den schönsten der Welt. Der Zuckerhut, die Copacabana, und die Jesus Statue sind natürlich die Highlights der Stadt. Den Abend dann an einer der Strandkioske bei einem Caipirinha oder dem Saft einer Kokosnuss ausklingen zu  lassen ist natürlich auch ein Grund warum es uns in Rio so gut gefallen hat.