Wir wissen noch nicht, ob es gut ist, dass es von Indien am meisten zu erzählen gibt, aber wir fangen jetzt einfach mal an….
Es war 3:30 Uhr Ortszeit am frühen Morgen, als wir in New Delhi angekommen sind. Nach langem Einreiseprozedere dachten wir, gehen wir mal unseren bestellten Fahrer suchen der uns zum Hotel bringen sollte. Pustekuchen, natürlich hat keiner auf uns gewartet. Also haben wir uns eben ein Taxi genommen und sind in unsere gebuchtes Hotel gefahren. Wir hatten uns auf einen Schock eingestellt und so kam es auch. Als uns der Fahrer durch die Straßen fuhr, in denen die Menschen zwischen Müllbergen in mitten der Nacht vor dem Feuer saßen. Wenigstens hat er das Hotel nach dreimaligem Nachfragen gefunden und wir konnten endlich in unser lang ersehntes Bett gehen.
Nach ein paar Stunden Schlaf ging es dann raus, mit der grandiosen Idee einen Zug für den nächsten Tag zu buchen. Bei Mc Donald’s dann die erste Begegnung mit der indischen Traveller-Brüder-Onkel-Povisions-Mafia. Im Reiseführer wird vor Ihnen gewarnt und ebenso genau sind die Methoden beschrieben mit denen sie vorgehen.
Zwei nett wirkende Inder sprechen uns an: Ach das muss für euch ja komisch sein, hier bei Mc Donald`s. Das seid Ihr bestimmt nicht gewohnt von zu Hause. Nach einem halbstündigen Gespräch über Indien und das Bereisen dieses Landes ging es noch in eine nette Bar nebenan, in der wir eine Cola und ein Bier getrunken haben (natürlich wurden wir eingeladen “It’s my pleasure”). Lügen wurden uns aufgetischt, von denen wir bei vielen natürlich erst später erfahren haben, dass wir nicht allzu viel Wahres erfahren haben. Natürlich endet so ein Gespräch immer damit, dass der nette Inder einen zu einem netten Reisebüro bringt in dem man zu ganz “GÜNSTIGEN” Europäer Preisen eine tolle Rundreise buchen kann. Also gut, haben wir uns das auch noch angehört. Ein paar gute Tipps hat uns der Mann dann noch gegeben bevor wir aufgestanden sind und “leider” noch mal über alles nachdenken mussten bevor wir irgendetwas entscheiden können. Jaja, Leute, das gibt mieses Karma, das ist euch schon klar, oder?
Wir würden wirklich schrecklich gerne eine Rundreise buchen, aber leider haben wir so viel negatives darüber gehört und auch gelesen, dass wir uns also entschlossen haben, doch wieder auf eigene Faust zu Reisen.
Die New Delhi Trainstation:
Als ich vor Jahren mal darüber nachgedacht habe, was wohl der schlimmste Ort der Welt ist, da ist mir der New Dehli Hauptbahnhof eingefallen. Und heute können wir euch bestätigen, dass es für uns tatsächlich der schlimmste Ort der Welt ist (zumindest den wir gesehen haben). Ein Gewusel von vielen tausend Menschen, die Luft ist voller Smog, hunderte Autos, Rikschas und Bussen fahren hupend durch ein einziges Verkehrschaos. Die Menschen spucken uns vor die Füße, mindestens 20 erwachsene Männer rennen Dir hinter her (“Wanna Taxi? Rikscha? Where do you want to go? Touristbüro?” “RUHE!!!!!”) und wollen Dir irgendetwas verkaufen, dazu wird man noch angebettelt… (und hinter “…” verstecken sich noch weitaus ekeligere Zustände, die wir euch ersparen) Der Wahnsinn. Aber ein wahres Erlebnis!
Nachdem der gebuchte Zug am Abreisetag schon 3 Stunden Verspätung hatte, haben wir uns entschlossen mit anderen europäisch aussehenden Travellern einen Fahrer zu nehmen und uns zum Taj Mahal bringen zu lassen. Es gab nur noch ein kleines Problem das wir zu lösen hatten: wir mussten unsere Zugtickets zurückgeben, an einem, sagen wir mal, etwas unübersichtlichem Fahrkartenschalter: Und dafür ist dann Anette zuständig. 55L Rucksack aufgezogen und mit sanften Drängelbewegungen bis ans vordere Ende der Schlange durchgekämpft. Dort angekommen noch ein freundlicher Kommentar nach hinten : “I`m a girl”. Irre. In Indien muss es extra Warteschlangen für Frauen geben. Gib`s das nicht, ist es Frauen erlaubt, sich ganz vorne anzustellen. Das klappt perfekt.
Nachdem der Taj Mahal Fahrer natürlich auch von der besagten Maffia ist, hat er auf der Fahrt auch noch probiert uns von seinen Bekannten zu überzeugen, die das beste Hotel… haben. Irgendwann half dann leider nur noch anbrüllen und klipp und klar sagen, was wir von ihm erwarten. Und siehe da, es funktioniert. Den Abend haben wir dann mit den super netten Travellern verbracht und uns ein Abendessen mit Getränken für 5 Personen für ca. 8€ gegönnt. Ja, günstig leben kann man hier!

5:30 Uhr am nächsten Morgen: der Wecker klingelt um das Taj Mahal zu besichtigen. Schnell Tickets gekauft und um 6:20 Uhr auf den Einlass gewartet um das Taj Mahal bei Sonnenaufgang zu besichtigen.
Das schönste Bauwerk der Welt? Ja! Zumindest das schönste, das wir je gesehen haben. Das sehr gut gepflegte Marmorgebäude wird von dem Morgenlicht angestrahlt. Ein toller Moment.



Wir müssen vielleicht dazu sagen, dass uns alle Traveller, die wir auf unser bisherigen Reise getroffen haben, uns angeraten haben, sowohl nicht in New Delhi als auch nicht in Agra (die Stadt in dem das Taj Mahal steht) zu viel Zeit zu verbringen, weil es dort laut und chaotisch ist. Recht hatten sie!!!
Na gut, dann eben nach Jaipur. Hier ist es ein bisschen ruhiger und entspannter. Wir nehmen uns für zwei Tage einen Rikschafahrer und schauen uns die Gegend an. Richtig toll Sightseeing und Shopping im Wechsel. Und tatsächlich macht er erst am Nachmittag des zweiten Tages Probleme, als wir ihm nicht genügend Zusatzprovision in diversen Schmuckgeschäften, Stoffläden, anderen Hotels oder Elefantenreitvermittlern (Toll, hier hat sogar der Vermittler einen Vermittler) einbringen.



Und was gibts außer dem Taj Mahal noch schönes in Indien? Die Frauen in ihren farbenfrohen Saris sind immer ein Blickfang. Shoppen macht bei den Preisen auch Spaß (Was kostet nochmal ein Träger für die Rucksäcke?) und das Essen kann auch lecker sein.

(Chick, oder? Diesen Sari darf ich aber erst tragen, wenn ich einen Sohn geboren habe)