Die Wasserfälle von Iguazú
27 11 2010 Kommentare : 4 Kommentare »Kategorien : Argentinien, Südamerika
Es gab ein paar Punkte auf unsere Südamerika Etappe, auf die wir uns immer als Highlight gefreut haben. Perito Moreno war so ein Highlight, die Osterinsel, natürlich. Die Iguazú-Wasserfälle und Rio de Janeiro werden eins sein. Und eben San Pedro de Atacama im chilenischen Norden. Aber wie das so ist mit hohen Erwartungen… manchmal kann die Wirklichkeit dem nicht Stand halten.
Auf einer, der extremen Höhe wegen, ziemlich anstrengenden Busfahrt über einen 4300m Andenpass von Salta in Argentinien kamen wir hier her. Mitten in die Atacama Wüste. Das Dorf eine Touristenblase. Unsere Unterkunft zum Glück eine Oase der Ruhe.
Der Plan war einen Mietwagen zu nehmen und die Geysire auf eigene Faust anzuschauen, um einer dieser Touren, die wir so besonders lieben, zu entgehen. Aber, es war in dem ganzen Dorf kein einziges Auto aufzutreiben. “Dienstag wieder” sagt uns der Anbieter, schlecht nur das wir am Dienstag den Bus zurück nach Salta in Argentinien gebucht haben. Na gut. Kann man nichts machen.
Der Plan war auch, die Sternenwarte zu besuchen um durch riesige Teleskope den Sternenhimmel zu beobachten. Aber, es ist Vollmond und die Sternenwarte geschlossen, weil es am Himmel viel zu hell ist.”Dienstag wieder” sagt die nette Dame von der Sternenwarte Suuuuuuuuuper. Blöder Mond!
Also fragen wir unseren Hostelbesitzer ob er nicht jemand kennt der uns ein Auto für einen Tag vermachen kann. “Dienstag wieder” sagt er uns. Wir haben uns jetzt halt einfach gesagt es soll so sein, so können wir damit am besten umgehen.
Also quälen wir uns morgens um 3:30Uhr aus dem Bett um pünktlich um 4:00Uhr vor dem Hostal zu stehen und warten eine geschlagene halbe Stunde auf den blöden Touribus und sind bis dahin schon halb erfroren. auf einer zweistündigen Ruckelpistenfahrt (Eingezwängt wie ein Huhn in der Legebaterie, unter mir der Radkasten, links die metallene Seitenwandverkleidung die ganz langsam die Außentemperatur annimmt. Bewegen ist nicht und ich wünsche mir den Konstrukteur dieses Sitzplatzes herbei um ihn mal zwangsweise 2 Stunden diese Fahrt erleben zu lassen. Das Fahrzeug ist übrigens aus Deutschland.) kamen wir bei “bester” Laune an dem Geysirfeld an. Es ist mit -8°C schmerzhaft kalt und die dünne Luft auf 4300m.ü.M. trägt nicht unbedingt zu unserem Wohlbefinden bei.
Die Geysire sind aber dann hübsch anzuschauen, es kocht, zischt, spritzt, dampft und brodelt aus den Löchern in der Erde. Unser Guide schimpft uns zwar wegen “unerlaubten Entfernens vom Klassenzimmer” (All together now, OK?!?!?), aber warum soll ich mit 20 anderen um einen Geysir drängeln, wenn`s da noch andere gibt? Zum Frühstück verabschiedet sich dann langsam mein Kreislauf (“mir ist zu kalt, die Luft zu dünn und deine heiße Schokolade hast du auch zu schnell auf leeren Magen getrunken” MEMME!) und erst nach dem dritten Cocatee und einigen besorgten Blicken des Tourguides wird es wieder besser. Heiße Quellen gibt es auch noch. Dort kann man baden, wenn es einem nichts ausmacht sich bei Minusgraden vor 300 Touristen auszuziehen.
Auf dem Rückweg, auf dem wir alle langsam wieder auftauen, müssen wir dann noch einen Ententeich bestaunen und werden in ein Dorf geschippert, das angeblich auf 4700m.ü.M. liegen soll und in dem nur 4 Familien ganz ursprünglich leben. Wir beschließen beides nicht zu glauben. Bestimmt hauen die “Einheimischen” auch wieder ab, wenn die Touris weg sind.
Als wir auf dem Weg aber einen völlig zerknautschten Mietwagen sehen, der gerade einen Überschlag hinter sich hat, sind wir doch ein bisschen froh, dass wir in unsere Tourigondel wie die Legebatteriehühnchen sitzen dürfen.
Das schönste an der ganzen Tour? Ganz klar! Die Lachgummis, die Trixi & Mathias (mit Ihnen waren wir auch im Valle de la Luna & Nationalpark Talampaya und haben sie hier wieder getroffen) uns geschenkt haben.
Sorry fürs Schimpfen aber muss auch mal sein!
Am nächsten Tag dann noch eine Tour, was sollen wir halt auch anders machen? Die war aber richtig nett. Zuerst ging es zu einem Salzsee. Wir wollten schon immer mal wissen, wie es sich anfühlt, wenn man vom sehr salzhaltigen Wasser so hochgeschwemmt wird. Es ist total lustig. Wir haben die ganze Zeit nur gelacht.
Anschließend wurden wir zu einem kreisrunden Tümpel gefahren, der entstand, weil ein Meteorid eingeschlagen ist. Thorsten ist gleich mal reingesprungen.
Und zum Schluss gab es bei Pisco Sour (dem eindeutig schmackhaftesten Lebensmittel in ganz Chile) und Chips einen Sonnenuntergang bei einem Salzsee, der nur 10cm tief ist. Und vom Bus aus einen grandiosen Vollmondaufgang.
Ganz liebe Grüße aus der Wüste, Anette & Thorsten
Wenn man schneller reist, als man schreiben kann, sollte man sich mal Gedanken machen. Aber wir haben nicht mehr viel Zeit in Südamerika und wir wollten gerne noch so viel sehen, deshalb haben wir ein bissle auf`s Tempo gedrückt.
Von San Juan aus haben wir uns zwei “nahegelegene” Nationalparks angeschaut. Die waren nur 400km weg. Also haben wir uns mit einem anderen deutschen Paar zusammen einen Mietwagen genommen und sind da mal schnell hingefahren. Auf dem Weg lag ein Highlight auf das wir uns schon lange gefreut haben. Difunta Correa. Ein Sammelsurium an Dankesgaben an die heilige Difunta Correa (das ist die Dame mit den Flaschen) auf dem Berg, auf dem sie tot gefunden worden sein soll. Skurril und kurios. In einer Art Kapelle ist die Frau mit Ihrem an der Brust liegenden Baby aus Stein nachgebaut. Hier haben die Menschen die Möglichkeit Ihre Wünsche und Hoffnungen zum Ausdruck zu bringen. Und von dieser Möglichkeit wird rege und emotional Gebrauch gemacht. Es hängen Gipsbeine da, um den Dank für die Heilung zum Ausdruck zu bringen, die Menschen haben aber auch Ihre Häuser im Miniaturformat nachgebaut und an diesen Ort gebracht, da Difunta Correa auch beim abzahlen von Darlehen helfen soll.
Am Abend kamen wir, pünktlich zum Sonnenuntergang im Valle de la luna, dem Mondtal Argentiniens an. Der Wurm, die Sphinx und das U-Boot waren die offiziellen Sandsteinformationen, wir haben auch noch Pilze, Muffins und einen Ottifanten gefunden. Umrahmt wurde die Szenerie von einer rot leuchtenden Steilwand. Die Landschaft hier wurde durch Erosion gebildet, kaum vorstellbar, dass da nicht ein Paar Steinmetzte nachgeholfen haben sollen. Vor vielen Millionen Jahren haben hier noch die Saurier gegrast, in einer Landschaft voller üppiger Vegetation.
Am Abend hat uns dann die Fruchtpolizei noch ein Zimmer vermittelt. Dank unserer rudimentären Spanischkenntnisse und der Angewohnheit statt auf unverstandene Fragen zu antworten, sondern einfach zu sagen, was man braucht (“Buscamos una habitation”), kamen wir auch an der Kontrolle des freundlichen Obstbullen vorbei und sein Freund/Kollege/Schwager/Bruder kannte einen Freund/Kollegen/Schwager/Bruder der eine schöne Unterkunft für uns hatte. Und wir durften unser Obst behalten.
Tags drauf ging es dann, nach leckerem Frühstück, in den zweiten Nationalpark. In der flirrenden Mittagshitze kamen wir an und bestaunten noch mehr Sandsteinwände und unsere Reisebegleiter, die die Tour auf dem Fahrrad machten.
Nach einer weiteren Nachtbusfahrt kehrten wir San Juan den Rücken und erreichten Salta, im Norden Argentiniens. Eine hübsche Stadt mit vielen Kolognialbauten und einem sehr interessanten Museum. Dort sind die Funde einer Grabausgrabung auf einem 6000er Vulkan von 1999 ausgestellt. Es zeigt die Geschichte von rituellen Kinderopfern der Inca und die gefundenen Mumien. Die Kinder wurden ausgesucht, nach Rang, Herkunft und Schönheit. in einigen rituellen Feiern gehuldigt und mit ihrem Eltern zu Fuß durch das ganze Land geschickt, dann mit Alkohol bewusstlos gemacht und auf dem Vulkan zurückgelassen, wo sie der Kälte wegen aus ihrer Bewusstlosigkeit nicht mehr erwachten und verstarben. Die Inca glaubten, die Kinder würden schlafen und in die Welt der Berge und Götter übergehen. Die Mumien sind die besterhaltendsten natürlichen Mumien der Welt. Sie werden bei -20°C konserviert.
Am nächsten Tag haben wir uns wieder einen Mietwagen genommen und einen Kakteenwald besucht.
Und hier noch ein paar Eindrücke aus Argentinien, einfach aus dem Bus rausfotografiert:
Ganz liebe Grüße aus Argentinien.
Nach nur 3 Wochen in Chile hatten wir “Heimweh” nach Argentinien bekommen und uns von Santiago per Andenüberquerung Richtung Mendoza aufgemacht. Leider bei grauenhaftem Wetter und Magenzustand. Nach einem Steak und leckerem mendozianischem Wein, bemerkten wir schnell, dass wir hier mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr so weiterkommen würden, wie gewünscht. Also musste ein Auto her.
Wir fuhren eine Passstraße durch die Anden, vorbei an der Quelle von Argentiniens berühmtesten Mineralwassers, vorbei an Lamas und gigantischen Aussichten auf den höchsten Bergen der Anden (fast 7000er), hinauf auf atemberaubende Höhen (im wahrsten Sinne des Wortes) und über uns kreisten die Andencondore, die größten fliegenden Vögel der Welt. Es war spektakulär.
Unser erstes Etappenziel war Uspallata. Eine wunderschöne Oase mitten in den Bergen. Hier wurde der Film “sieben Jahre in Tibet” gedreht. Es ist unglaublich hier.
Am Tag darauf, besuchten wir die südlichste Incastätte, nicht weit von der chilenischen Grenze entfernt und genossen noch einmal die Aussicht, auf den höchsten Berg der westlichen Hemisphäre, den Aconcagua mit 6962m.
Und endlich konnten wir etwas ganz typisch argentinisches fotografieren: Opferstätten für Heilige. Was hier aussieht, wie eine Riesenmüllhalde ist eine der vielen Opferstätten im Land für eine Volksheilige Gauchofrau, Defunta Correa. Sie hat ihren Mann in den Wirren des Krieges in der Wüste gesucht und ist dabei verdurstet. Ihr Baby aber überlebte an ihrer Milch spenden Brust. Alle Flaschen die die Argentinier an diese ihnen Heilige Stätte bringen sind immer mit Wasser gefüllt. Die katholische Kirche findet die “heilige” Gauchofrau übrigens nicht so dolle, wie die Argentinier.
Als wir auf der Osterinsel ankamen und über das Rollfeld schlenderten, hatten wir ein bisschen bammel, weil wir noch keine Unterkunft hatten. Es war aber kein Problem, wir fanden eine schöne Unterkunft mit einem tollen exotischen Garten und netten Leuten.
Am Abend dann saßen da zwei Japaner in unserem Hostel, mit denen wir natürlich ins Gespräch kamen. Außer das die beiden einen etwas anderen Reisestil wie wir pflegen, waren sie uns zunehmend sympatisch und so haben wir beschlossen mit ihnen am nächsten Tag die Insel gemeinsam zu erkunden. Die Beiden reisen für 4 Monate um die Welt und haben jetzt schon über 15 Länder angeschaut, 3 Tage pro Land ist bei Ihnen die Durchschnittliche Aufenthaltsdauer, haben sie uns erzählt. Und wir Jammerlappen brauchen immer wieder eine Auszeit vom Reisen um Eindrücke zu verarbeiten und so!
Am Sonntag haben wir , unter der ungewohnten, subtropischen Hitze keuchend, einen Vulkan bestiegen. Ein beindruckendes Naturphänomen. Der nicht mehr aktive Vulkan hat in seinem Krater einen See.
Die Osterinsel ist nicht groß, 15 auf 20km, aber um immer alles zu Fuß zu erkunden, ist es halt doch ein bissle viel. Also musste ein Quad her. “Außerhalb der Ortschaft nur 40km/h fahren!” sagt uns die nette Vermieterin. KLAR! Das Ding hat zwar keinen Tacho, aber Thorsten würde doch NIE schneller wie 40 fahren. Also mit 40km/h (oder maximal 45…)zusammen mit unseren neuen japanischen Freunden über die Insel gebrettert und uns ordentlich dreckig gemacht. Denn Quadfahren macht ja erst auf der Dreckpiste richtig Spaß.
Und natürlich haben wir (warum fliegt man sonst auch auf die Osterinsel) Moais angeschaut. Stehende, in alle Richtungen umgefallene, eingesunkene und zerbrochene, restaurierte und ramponierte. Sie sind einfach toll und ich weiß nicht mal richtig, warum. Sie stehen da und starren dich an, verfolgen dich. Ein bisschen unheimlich, die Kerle. Aber toll!
Das Beste war aber, als wir uns zu viert in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett quälten, einen Riesenkrach auf der noch schlafenden Insel veranstalteten um den Sonnenaufgang bei den 15 Moais zu verbringen. Wie sie sich ganz langsam schwarz aus der Dunkelheit gegen das heller werdende Licht der Sonne erheben. Mystisch. Wunderschön.
Einmal begaben wir uns dann noch in die kundigen Hände der Tourismusindustrie und besuchten eine traditionelle Tanzshow, mit leckerem Erdofenessen, Tanzen, Singen und Kriegsbemalung. Und danach gab`s ganz kostenlos den grandiosesten Sternenhimmel. Wie eine riesige Kuppel zieht sich der Himmel mit abertausenden glitzernden Sternen über uns.
Und, natürlich, haben wir auch wieder den Friedhof besucht (es war ja schließlich auch Allerheiligen) und waren wieder begeistert. In der Nacht brannten 1000de Kerzen, es roch nach Wachs, die Grillen zirpten und das Meer rauschte.
Wahnsinnig schön war es auf der Osterinsel. Viel zu früh mussten wir die Insel nach einer Woche wieder verlassen. Noch ein Osterinselbier auf dem Flughafen getrunken und schweren Herzens Abschied genommen.