Noch mehr Patagonien?
20 10 2010Als wir uns von Puerto Madryn auf den 1460 km langen Weg Richtung El Calafate (Eine Touristenblase ist übrigens eine Anette-Wortschöpfung und bedeutet, dass ein Ort seine Existenz ausschließlich dem Tourismus verdankt) gemacht haben, war der eigentliche Plan die legendäre Route 40 (Argentiniens Route 66) zurück in den Norden zu nehmen. Leider gab`s saisonbedingt kein Unternehmen das uns fahren wollte. Damit war klar, wir hatten unseren Trip in den Süden eigentlich “nur” wegen eines Gletschers gemacht.
Als wir ihn dann aber sahen, blau-schimmernd, riesengroß, beindruckend, krachend und knarzend und unter riesigem Getöse Teile in den See abwerfend, wussten wir: “Ja, es war jede nervige Minute im Bus wert.” Der Gletscher ist ca. 5 Km breit ca.13Km lang und die Gletscherkante ragt 60m hoch aus dem See heraus.
Es hat zwar geregnet, aber das hat die Freude, die wir an unserem Besuch hatten nicht geschmälert.
Zwangsläufig haben wir also den größten Teil des Weges zurück Richtung Norden, auf der selben langweiligen Straße zurückgelegt. Die Ostküste Argentiniens hat über 2650 Km von Buenos Aires bis Rio Gallegos landschaftlich nichts zu bieten außer Pampa und Wüstenlandschaft.
Esquel die nächste Ort unserer Wahl ist eine Kleinstadt im Norden Patagoniens. Vor den Stadttoren, oder eher Stadtgattern treiben die Gauchos die Rinder zusammen ( kein Spaß, wir haben`s wirklich gesehen).
Von hier aus ging’s in den Parc National los Alerces. Ein netter Opa fährt zwei Mal die Woche mit seinem Kleinbus durch den Nationalpark, schmeißt die Touristen am schönsten Ort des Parks raus und kommt hoffentlich nach ca. 9 Stunden wieder. “Ich fahre heute Abend die Straße gegen 18:45 Uhr zurück. Stellt Euch einfach irgendwo an den Straßenrand, ich nehm Euch dann wieder mit.” Sagte er auf spanisch. Na gut, wenn er es sagt, wird es schon klappen. Es gibt die nächsten 80 km nichts und niemanden, außer eben einen wunderschönen Nationalpark, mit tollen Ausblicken auf blaue Bergseen und schneebedeckte Berge. Es ist still und die Luft ist klar. Der Himmel bescherte uns einen wolkenlosen Tag. Es war toll. Hier stehen uralte Bäume, der älteste soll 2700 Jahre alt sein und es wächst Bambus. Eine witzige, uns unbekannte Kombination.
Ganz liebe Grüße aus Patagonien, Anette & Thorsten
Kategorien : Argentinien, Südamerika