Viel Nordargentinien
21 11 2010Wenn man schneller reist, als man schreiben kann, sollte man sich mal Gedanken machen. Aber wir haben nicht mehr viel Zeit in Südamerika und wir wollten gerne noch so viel sehen, deshalb haben wir ein bissle auf`s Tempo gedrückt.
Von San Juan aus haben wir uns zwei “nahegelegene” Nationalparks angeschaut. Die waren nur 400km weg. Also haben wir uns mit einem anderen deutschen Paar zusammen einen Mietwagen genommen und sind da mal schnell hingefahren. Auf dem Weg lag ein Highlight auf das wir uns schon lange gefreut haben. Difunta Correa. Ein Sammelsurium an Dankesgaben an die heilige Difunta Correa (das ist die Dame mit den Flaschen) auf dem Berg, auf dem sie tot gefunden worden sein soll. Skurril und kurios. In einer Art Kapelle ist die Frau mit Ihrem an der Brust liegenden Baby aus Stein nachgebaut. Hier haben die Menschen die Möglichkeit Ihre Wünsche und Hoffnungen zum Ausdruck zu bringen. Und von dieser Möglichkeit wird rege und emotional Gebrauch gemacht. Es hängen Gipsbeine da, um den Dank für die Heilung zum Ausdruck zu bringen, die Menschen haben aber auch Ihre Häuser im Miniaturformat nachgebaut und an diesen Ort gebracht, da Difunta Correa auch beim abzahlen von Darlehen helfen soll.
Am Abend kamen wir, pünktlich zum Sonnenuntergang im Valle de la luna, dem Mondtal Argentiniens an. Der Wurm, die Sphinx und das U-Boot waren die offiziellen Sandsteinformationen, wir haben auch noch Pilze, Muffins und einen Ottifanten gefunden. Umrahmt wurde die Szenerie von einer rot leuchtenden Steilwand. Die Landschaft hier wurde durch Erosion gebildet, kaum vorstellbar, dass da nicht ein Paar Steinmetzte nachgeholfen haben sollen. Vor vielen Millionen Jahren haben hier noch die Saurier gegrast, in einer Landschaft voller üppiger Vegetation.
Am Abend hat uns dann die Fruchtpolizei noch ein Zimmer vermittelt. Dank unserer rudimentären Spanischkenntnisse und der Angewohnheit statt auf unverstandene Fragen zu antworten, sondern einfach zu sagen, was man braucht (“Buscamos una habitation”), kamen wir auch an der Kontrolle des freundlichen Obstbullen vorbei und sein Freund/Kollege/Schwager/Bruder kannte einen Freund/Kollegen/Schwager/Bruder der eine schöne Unterkunft für uns hatte. Und wir durften unser Obst behalten.
Tags drauf ging es dann, nach leckerem Frühstück, in den zweiten Nationalpark. In der flirrenden Mittagshitze kamen wir an und bestaunten noch mehr Sandsteinwände und unsere Reisebegleiter, die die Tour auf dem Fahrrad machten.
Nach einer weiteren Nachtbusfahrt kehrten wir San Juan den Rücken und erreichten Salta, im Norden Argentiniens. Eine hübsche Stadt mit vielen Kolognialbauten und einem sehr interessanten Museum. Dort sind die Funde einer Grabausgrabung auf einem 6000er Vulkan von 1999 ausgestellt. Es zeigt die Geschichte von rituellen Kinderopfern der Inca und die gefundenen Mumien. Die Kinder wurden ausgesucht, nach Rang, Herkunft und Schönheit. in einigen rituellen Feiern gehuldigt und mit ihrem Eltern zu Fuß durch das ganze Land geschickt, dann mit Alkohol bewusstlos gemacht und auf dem Vulkan zurückgelassen, wo sie der Kälte wegen aus ihrer Bewusstlosigkeit nicht mehr erwachten und verstarben. Die Inca glaubten, die Kinder würden schlafen und in die Welt der Berge und Götter übergehen. Die Mumien sind die besterhaltendsten natürlichen Mumien der Welt. Sie werden bei -20°C konserviert.
Am nächsten Tag haben wir uns wieder einen Mietwagen genommen und einen Kakteenwald besucht.
Und hier noch ein paar Eindrücke aus Argentinien, einfach aus dem Bus rausfotografiert:
Ganz liebe Grüße aus Argentinien.
Kategorien : Argentinien, Südamerika